Was ist eine Seelsorgeeinheit
Die Lebensräume der Menschen, in denen die Kirche vor Ort ihren Auftrag zu erfüllen hat, sind in der Regel nicht mehr auf das Gebiet einer herkömmlichen Pfarrei begrenzt, sondern umfassen mehrere Pfarrgemeinden, die etwa durch kommunale Zuordnung, durch das Einzugsgebiet von Schulen, sozialkaritative Einrichtungen oder durch geschichtlich gewachsene Gemeinsamkeiten verbunden sind. Daneben haben sich auch zahlreiche andere Gemeinschaftsformen herausgebildet, die als "Orte gelebten Glaubens" oder als "Biotope gelebter Christlichkeit" erfahren werden.
Zusammen bilden diese unterschiedlich strukturierten Gemeinden ein Netzwerk von Glaubenden, das aus vielen Knotenpunkten, die aufeinander verwiesen sind, besteht.
Pfarreien in einem solchen Lebensraum bzw. benachbarte Pfarreien bilden entsprechend can. 374 § 2 CIC miteinander unter Einbeziehung der vielfältigen "Sozialformen gelebten Glaubens" die Organisationsform der Seelsorgeeinheit. Die Seelsorgeeinheit mit ihren Gemeinden (Pfarrgemeinden sowie die unterschiedlichen Formen christlicher Gemeinschaft an einem konkreten Ort) ist der Raum, in dem die Menschen der Kirche unmittelbar begegnen. Sie dient dem kirchlichen Leben durch enge Abstimmung der Pastoral auf die örtlichen Erfordernisse und unterstützt nach dem Subsidiaritätsprinzip die Entwicklung der zu ihr gehörenden Gemeinden. Die Seelsorgeeinheit fördert die verstärkte Kooperation der Gemeinden durch arbeitsteilige Aufgabenverteilung und ermöglicht die Bündelung der örtlichen Verwaltungsaufgaben. Sie stellt verstärkt eine Nahtstelle zwischen territorialer und kate-gorialer Seelsorge dar.
Eine Seelsorgeeinheit wird in der Regel, je nach örtlicher Situation, aus zwei bis fünf Pfarreien, deren Leitung einem Priester übertragen wird, gebildet.




